Warum eine Interessenvertretung?

Gemeinsam zuversichtlich

Interessensvertreter sind - nehmen wir das Schandwort 2011 - Lobbyisten.

Im Grunde genommen kann jeder seine eigenen Interessen wahrnehmen. Alleine steht er dabei aber oft auf verlorenem Posten. Daher schließen sich - wir bezeichnen sie als Leidensgenossen - zusammen und versuchen damit Druck auszuüben. An der ersten Sprosse der Leiter solcher Zusammenschlüsse steht der Betriebsrat oder Personalvertreter vor Ort. Weil  für die großen Anliegen aber sogar dort zuwenig Druck erzeugt werden kann, gibt es darüber stehende Gruppierungen.

Das machen die Wirtschaftstreibenden (Wirtschaftskammer), die Bauern (Bauernkammer), die Industriellen (Industriellenverinigung) aber auch die Arbeitnehmer (Arbeiterkammer) uvam.

Der Umgang untereinander wird in Österreich sehr hoch geschätzt und spiegelt sich in den sogenannten "Sozialpartnerschaftlichen Gepflogenheiten" wieder.

Um die Frage, wer die Interessen der Arbeitnehmer in Österreich vertritt, beantworten zu können, müssen wir die Betrachtungsweise auf 2 Fakten beziehen:

a) Privatwirtschaft
b) Öffentlicher Dienst

Beide Institutionen werden durch gesetzliche Interessensvertretungen geschützt. In der Privatwirtschaft ist das die Arbeiterkammenr (Pflichtmitgliedschaft) und im öffentlichen Dienst ist es die Personalvertretung (Mitgliedsfreies Recht für alle Bedienstete).

Auch freiwillige Interessensvertretungen (Gewerkschaften) nehmen die Interessen der Arbeitnehmer wahr.

Es gibt aber auch viele Gruppierungen, deren Interessen kaum bis gar nicht vertreten werden. Das sind z.B. Hausfrauen, Lehrlinge, Pensionisten, Pflegebedürftige, usw. Sie werden meist von irgendwem mitbetreut und sie sind meist von dessen Gutwillen abhängig.

Freiwillige Interessensvertretung im öffentlichen Dienst

Wie wir unschwer aus der Grafik erkennen können, hat eine freiwilligen Interessensvertretung (Gewerkschaft) eine große Bedeutung im öffentlichen Dienst. Dort endet die gesetzliche Interessensvertretung beim jeweiligen Ministerium (Ressortminister entscheidet endgültig). Viele Belange werden aber darüber hinaus (Regierung) entschieden.

Freiwilligen Interessensvertretung in der Privatwirtschaft

Durch die Zwangsmitgliedschaft zur gesetzlichen Interessensvertretung (Arbeiterkammer) hat eine freiwillige Interessensvertretung (Gewerkschaft) eher eine historische als eine sachliche Bedeutung.

Interessensvertretungen verschiedener Gruppen

Alle Gesellschaftsschichten brauchen eine starke Vertretung

Die Interessen vieler Bereiche unserer Gesellschaft (Familie, Senioren, Hausfrauen, Jugend, Schüler, Lehrlinge, Studenten, usw.) werden weder durch gesetzliche noch durch freiwillige Einrichtungen vertreten. Wenngleich sie auch von den einen oder anderen mitbetreut werden, ist eine Vertretung so gut wie gar nicht vorhanden. Sie sind daher viefach nur ein Anhängsel!