„Gehaltsabschluss“ ist für uns im Finanzressort keine Verbesserung, sondern eine reale Einkommenskürzung
Liebe Kolleginnen und Kollegen im BMF,
was unter dem Titel „Gehaltsabschluss“ verkauft wurde, ist für uns im Finanzressort keine Verbesserung, sondern eine reale Einkommenskürzung.
Wir arbeiten in einem Ressort,
- das Jahr für Jahr Milliarden für den Staat einhebt,
- das unter massivem Personalmangel leidet,
- in dem Arbeitsdruck, Verantwortung und Komplexität stetig steigen.
Und trotzdem sollen ausgerechnet wir die budgetären Versäumnisse der Politik ausbaden.
Was dieser Abschluss für uns konkret bedeutet:
- 21 Monate Nulllohnrunde
- weitere Monate mit Erhöhungen deutlich unter der Inflation
- dauerhafter Kaufkraftverlust
- ein öffentliches Dienstverhältnis, das für neue Kolleginnen und Kollegen immer unattraktiver wird
Besonders hart trifft es die Kolleginnen und Kollegen in den niedrigeren Verwendungsgruppen, für die jeder Euro zählt.
Das ist kein „Solidarbeitrag“ – das ist eine schleichende Entwertung unserer Arbeit.
Gleichzeitig wurde hinter den Kulissen etwas anderes beschlossen:
Während wir auf Gehalt verzichten sollen, wurden Zulagen für freigestellte Personalvertreter massiv erhöht – teils um ein Vielfaches.
Viele von uns erfahren davon erst aus den Medien.
Das allein zeigt, wie wenig Transparenz und Respekt man den Bediensteten entgegenbringt.
Wir fragen klar:
- Warum ist für Privilegien Geld da, aber nicht für die breite Kollegenschaft?
- Warum wurden bestehende Vereinbarungen gebrochen?
- Warum sollen ausgerechnet jene sparen, die das System am Laufen halten?
Die Freie Gewerkschaft der Finanz steht an eurer Seite.
Wir sagen:
- Vereinbarungen müssen gelten.
- Gehälter müssen die Inflation abdecken.
- Der öffentliche Dienst darf nicht weiter ausbluten.
Wer täglich Verantwortung für das Budget dieses Landes trägt, verdient Fairness, Verlässlichkeit und Respekt.
- Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen.
- Lasst uns zeigen, dass wir diese Politik nicht widerspruchslos hinnehmen.
Mit gewerkschaftlichen Grüßen
Georg Pichler, BA MA
Vorstandsvorsitzender
Freie Gewerkschaft der Finanz (FGF)
